Detlef Dieckmann

Wo liegt Engerhafe?

In Bilder on 11/12/2010 at 22:00

Engerhafe liegt mitten in Ostfriesland. Wer weiß, wo die Städte Emden, Norden und Aurich liegen, kann sich ein Dreieck vorstellen: Dann liegt Engerhafe genau in der Mitte. Wer nach Norddeich fährt, sieht auf der rechten Seite die 13m hohe, auf einer Warft erbaute Kirche. Die Kirchengemeinde Engerhafe umfasst auch die Ortschaften Fehnhusen und Oldeborg/Upende und gehört zur Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

Eine noch genauere Auskunft gibt die Karte.

Die Kirche St. Johannis der Täufer in Engerhafe wurde ab 1250 gebaut und bestand früher aus 5 Jochen mit einer Gesamtlänge von ca. 60m bei einer Höhe von 13m. Im 19. Jahrhundert und 1910 wurden je ein Joch abgebrochen, weil die Kirche sich nach Süden neigt und einsturzgefährdet war. Heute feiert die Gemeinde an jedem ersten Sonntag im Monat um 19.30 Uhr und an den übrigen Sonntagen und an Feiertagen um 10 Uhr Gottesdienst. Von April bis Oktober ist die Kirche tagsüber geöffnet.

Das Alte Pfarrhaus hat eine einmalige Geschichte: Es gehört zu den ältesten Steinhäusern Ostfrieslands mit einem barocken Gewölbekeller, war 1944 Sitz der Kommandantur des Konzentrationslagers in Engerhafe und wurde bis 2008 bewohnt. Nun muss es saniert werden und soll dann der Kirchengemeinde im Erdgeschoss Platz für einen Gruppenraum und ein Büro bieten und im Obergeschoss eine Gedenkstätte beherbergen.

Siehe, ich bin bei euch

In Uncategorized on 05/16/2012 at 19:12

„Die hätten wir eigentlich schon wegräumen müssen“, sagte die Kollegin entschuldigend. Wir blickten auf die Osterkerze, während der Gottesdienst in uns noch nachklang.

Der erste Sonntag nach Himmelfahrt. Wir waren zu Besuch in der schmuckvollen Dorfkirche in der Partnergemeinde im Erzgebirge. Und ich dachte: Schön, dass die Kerze noch dasteht. Denn so erinnert sich mich an diese wunderbare alte Tradition: Zu Ostern stellt man die Osterkerze im Altarraum auf und zündet sie bei jedem Gottesdienst an. Damit wird Jesus als das Licht der Welt gefeiert, das neu zum Leben kam, das am Ende des Tunnels des Todes leuchtet. Am Himmelfahrtstag wird diese Kerze gelöscht – gleich nachdem die Geschichte gelesen wurde, wie Jesus in den Himmel entrückt worden ist.

Eine Kerze entzünden, etwa bei der Taufe, das ist ein starkes Bild für die Hoffnung, die wir in Jesus Christus haben. Eine Kerze löschen ist ein noch stärkeres Symbol: Wo eine Kerze erlischt, da geht etwas zu Ende. 40 Tage, so erzählen es die Evangelien, hat sich Jesus den Jüngerinnen und Jüngern gezeigt, nachdem Gott ihn wieder ins Leben gebracht hat. Ist mit den Seinen gegangen, hat mit ihnen geredet und das Abendmahl gefeiert. Und dann war er wieder fort. Und seine Anhänger fragten sich, nach Karfreitag nun schon das zweite Mal: Wie sollen wir ohne ihn leben?

Seit der Himmelfahrt war Jesus nicht mehr da wie zuvor. Man konnte ihn nicht mehr so sehen, wie wir einander sehen können; man konnte ihn nicht mehr anfassen, nicht mehr befragen. Als hätte er seine Jüngerinnen und Jünger allein gelassen. Als wären sie nun fern von ihm, fern von Gott.

Wie für alle, die ohne einen nahen Menschen weiterleben müssen, war das eine vollkommen neue Situation für die Angehörigen Jesu. Jesus fehlte ihnen. Auch wenn sie sicher waren, dass er nun bei Gott war, zu seiner „Rechten“, also direkt neben ihm saß, wie wir in jedem Gottesdienst bekennen. Geblieben war ihnen die Erinnerung an sein Leben, an all das, was er Menschen Gutes getan hat; an seine Worte, mit denen er Menschen geleitet hat, an sein Vermächtnis.

Nun mussten sie vieles, was Jesus getan hatte, selbst in die Hand nehmen: Seine Botschaft weitergeben, seine Liebe für die Ausgegrenzten verbreiten, sein Heil und seinen Segen miteinander teilen, im Abendmahl die Vergebung der Sünden feiern. Die Sehnsucht nach Jesus blieb, und so warten wir Christinnen und Christen bis heute, dass er wiederkommt. Und immer dann, wenn wir zu ihm beten, ist es schon, als wäre er da; immer dann, wenn er uns zu dem Brot und dem Wein einlädt, in dem er sich selbst gibt – ist er schon da.

In dieser Spannung leben wir, in dieser Zwischen-Zeit, da Jesus nicht mehr da und doch bei uns ist, da er mitten unter uns ist und gleichzeitig erst noch wieder kommen wird. Kurz bevor es hieß, dass er gen Himmel fuhr und aus den Augen der Seinen entschwand, da versprach er uns allen: „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20).

Diesen Satz lesen wir vor jeder Taufe. Und dann brennt wieder die Osterkerze, die zu Himmelfahrt erloschen ist: Weil Er bei uns ist.

Geht hinaus!

In Uncategorized on 04/26/2012 at 12:44

Jesus Christus spricht: Geht hinaus in die ganze Welt,
und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! (Mk 16,15)

Geht hinaus, ruft uns der der Auferstandene in diesem Monat zu. Wie passend in einer Zeit, in der es allmhlich wärmer wird und die Natur zu sprießen beginnt. Geht hinaus in die ganze Welt sagt er uns Christinnen und Christen. Bleibt nicht hinter Euren Mauern, verschanzt Euch nicht im Kirchengebude, geht dort hin, wo Ihr andere Menschen trefft, junge und alte, bekannte und fremde, seien sie nun Christen oder noch nicht, begegnet ihnen!
Geht hinaus in die ganze Welt, nicht nur zu Euren Nachbarn, nicht nur zu denen, mit denen ihr sonst auch immer zusammen seid. Überschreitet Grenzen, macht neue Erfahrungen, lernt neue Menschen kennen, schaut, wie die anderen leben und ber ihren Glauben sprechen.
Und verkündet das Evangelium! Redet von der frohen Botschaft, dass Jesus Christus nicht mehr tot ist, sondern lebt, in Euch und mitten unter Euch. Erzhlt davon, wie Euch diese Botschaft befreit hat zu einem neuen Leben.
Geht in alle Welt, geht zu allen Menschen, und, ja: verkündet das Evangelium allen Geschpfen. Ich stocke. Zu allen Geschöpfen – Wie soll das gehen? Ich verstehe: Die frohe Botschaft gilt nicht nur mir, sondern allen Menschen, und nicht nur allen Menschen, sondern der ganzen Welt, allem, was da lebt und sich regt.
Jesus fordert mich also auf: Lebe so, dass sich die frohe Botschaft, über die ganze Erde verbreitet.
Auch die Natur, auch die Tiere sollen daran Anteil haben. Auch sie sollen etwas von der Liebe spüren, die Gott in die Welt gegeben hat. Auch mit ihnen sollt ihr so freundlich umgehen wie ihr mit anderen Menschen und und euch selbst umgehen sollt.
Dann erwacht die ganze Schöpfung von neuem. Dann erstrahlt alles neu im österlichen Licht.
Dieses Licht wünsche ich Ihnen in diesem Monat und alle Tage! Ihr Pastor Dieckmann